Sitzbad bei Hämorrhoiden – Richtige Anwendung für schnelle Linderung
Sitzbäder gehören zu den wirksamsten Hausmitteln bei Hämorrhoiden. Erfahren Sie, wie Sie Sitzbäder richtig anwenden, welche Zusätze am besten wirken und wie oft Sie baden sollten.

Sitzbäder gehören zu den ältesten und gleichzeitig wirksamsten Behandlungsmethoden bei Hämorrhoiden. Sie sind sanft, nebenwirkungsarm und können die Beschwerden oft genauso gut lindern wie medizinische Salben – und das ganz ohne chemische Zusätze. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über Sitzbäder bei Hämorrhoiden wissen müssen: von der richtigen Anwendung über die besten Zusätze bis zur optimalen Häufigkeit.
Warum Sitzbäder bei Hämorrhoiden so wirksam sind
Sitzbäder wirken auf mehreren Ebenen gleichzeitig und behandeln nicht nur die Symptome, sondern unterstützen aktiv die Heilung:
Mechanische Wirkung
Wärmewirkung: Das warme Wasser fördert die Durchblutung im Analbereich. Dadurch werden Heilungsprozesse beschleunigt und Schwellungen können besser abgebaut werden.
Entspannung der Muskulatur: Die Wärme entspannt die Schließmuskulatur des Afters und lindert so Verkrampfungen und Schmerzen. Viele Betroffene berichten von sofortiger Erleichterung.
Wasserdruck: Der sanfte Druck des Wassers wirkt wie eine leichte Massage und fördert den Lymphabfluss. Stauungen können sich lösen.
Reinigung: Das Wasser reinigt die betroffene Region sanft und gründlich, was besonders bei nässenden Hämorrhoiden wichtig ist.
Physiologische Wirkung
Entzündungshemmung: Die Wärme und bestimmte Zusätze wirken entzündungshemmend und beruhigen gereizte Schleimhäute.
Juckreizlinderung: Viele Sitzbadzusätze enthalten Wirkstoffe, die Juckreiz schnell und effektiv lindern.
Abschwellung: Durch verbesserte Durchblutung und abschwellende Zusätze können geschwollene Hämorrhoiden zurückgehen.
Schmerzlinderung: Die Kombination aus Wärme, Entspannung und heilenden Zusätzen lindert Schmerzen oft innerhalb weniger Minuten.
Psychologische Wirkung
Entspannung: Ein Sitzbad ist auch eine Auszeit vom Alltag. Die Ruhe und Wärme wirken stressreduzierend – und Stress kann Verdauungsprobleme verschlimmern.
Aktive Selbsthilfe: Das regelmäßige Ritual gibt Betroffenen das Gefühl, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun.
Wohlbefinden: Die angenehme Wärme und die oft sofort spürbare Linderung verbessern das allgemeine Wohlbefinden deutlich.
Die richtige Durchführung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Damit Sitzbäder optimal wirken, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten.
Was Sie benötigen
Sitzbadewanne oder Alternative:
- Spezielle Sitzbadewanne (erhältlich in Apotheken oder online, ab 15 Euro)
- Normale Badewanne (nur wenige Zentimeter füllen)
- Große, flache Schüssel oder Wanne
- Sitzbadeinsatz für die Toilette (besonders praktisch)
Badethermometer: Um die richtige Temperatur zu überprüfen (wichtig: nicht zu heiß)
Handtuch: Zum sanften Abtrocknen nach dem Bad
Heilpflanzenzusatz: Kamille, Hamamelis, Eichenrinde oder andere (siehe unten)
Eventuell Hocker: Wenn Sie die normale Badewanne nutzen und bequemer sitzen möchten
Schritt 1: Vorbereitung
Zeitpunkt wählen:
- Idealerweise morgens nach dem Aufstehen
- Abends vor dem Schlafengehen
- Nach dem Stuhlgang (besonders wirksam)
- Immer dann, wenn Sie Zeit und Ruhe haben
Zusatz vorbereiten:
- Bereiten Sie den gewählten Kräuteraufguss vor (siehe Rezepte unten)
- Lassen Sie Tees oder Abkochungen auf die richtige Temperatur abkühlen
- Bei fertigen Tinkturen: Dosierung bereithalten
Badewanne oder Schüssel vorbereiten:
- Reinigen Sie die Wanne gründlich
- Stellen Sie sicher, dass Sie bequem sitzen können
Schritt 2: Wasser einlassen
Temperatur:
- 37 bis 38 Grad Celsius (lauwarm, Körpertemperatur)
- Prüfen Sie mit Badethermometer oder Ellenbogen
- Niemals zu heiß – das kann Schwellungen verstärken
- Auch nicht zu kalt – dann fehlt die therapeutische Wärme
Wassermenge:
- So viel, dass der gesamte Analbereich bedeckt ist
- Bei Sitzbadewanne: Bis zur Markierung
- Bei normaler Badewanne: 10 bis 15 Zentimeter hoch
- Bei Schüssel: So voll, dass Sie bequem eintauchen können
Zusatz hinzugeben:
- Geben Sie den vorbereiteten Kräuteraufguss hinzu
- Oder träufeln Sie Tinktur direkt ins Wasser
- Rühren Sie gut um, damit sich alles verteilt
Schritt 3: Das eigentliche Bad
Hinsetzen:
- Setzen Sie sich vorsichtig in das Wasser
- Achten Sie darauf, dass der Analbereich vollständig im Wasser ist
- Finden Sie eine bequeme Position
Dauer:
- 10 bis 15 Minuten sind optimal
- Nicht kürzer (sonst zu geringe Wirkung)
- Nicht länger (kann die Haut aufweichen)
- Bei ersten Anzeichen von Unwohlsein abbrechen
Während des Bades:
- Entspannen Sie bewusst
- Atmen Sie ruhig und tief
- Vermeiden Sie Anspannung im Beckenbereich
- Nutzen Sie die Zeit zur Entspannung
- Lesen Sie oder hören Sie beruhigende Musik
Wichtig: Wenn das Wasser abkühlt und unter 35 Grad fällt, ist die Wirkung reduziert. Beenden Sie dann das Bad.
Schritt 4: Nach dem Bad
Abtrocknen:
- Stehen Sie vorsichtig auf
- Tupfen Sie sich mit einem weichen Handtuch sanft trocken
- Nicht reiben – das kann die Haut zusätzlich reizen
- Achten Sie darauf, dass Sie wirklich trocken sind (Nässe kann Juckreiz fördern)
Nachruhe:
- Ruhen Sie sich 5 bis 10 Minuten aus
- Legen Sie sich hin, wenn möglich
- Geben Sie dem Körper Zeit, die Wirkung zu entfalten
- Anziehen erst, wenn Sie vollständig trocken sind
Optional: Pflege
- Nach dem vollständigen Trocknen können Sie eine Hämorrhoiden Salbe auftragen
- Besonders wirksam: Hamamelis-Salbe oder Aloe Vera Gel
- Die Haut ist nach dem Bad besonders aufnahmefähig
Häufigkeit der Anwendung
Bei akuten Beschwerden:
- 2 bis 3 Sitzbäder täglich
- Idealerweise: morgens, abends, nach Stuhlgang
- Konsequente tägliche Anwendung für mindestens 1 Woche
- Auch nach Besserung noch einige Tage fortsetzen
Bei leichten Beschwerden:
- 1 bis 2 Sitzbäder täglich
- Bevorzugt abends zur Entspannung
- So lange, bis Beschwerden abgeklungen sind
Zur Vorbeugung:
- 1 bis 2 Sitzbäder pro Woche
- Besonders bei erhöhtem Risiko (Schwangerschaft, sitzende Tätigkeit)
- Als entspannendes Ritual etablieren
Wichtig: Regelmäßigkeit ist entscheidender als Häufigkeit. Lieber täglich 10 Minuten als einmal 30 Minuten.
Die wirksamsten Sitzbad-Zusätze
Die Wahl des richtigen Zusatzes verstärkt die Wirkung des Sitzbades erheblich. Hier die bewährtesten Optionen:
Kamille – Der Klassiker bei Entzündungen
Kamille ist der wohl bekannteste und am besten untersuchte Sitzbadzusatz.
Wirkung:
- Stark entzündungshemmend
- Beruhigend und hautpflegend
- Fördert Wundheilung
- Lindert Juckreiz
- Antibakteriell
Zubereitung:
- Übergießen Sie 3 bis 4 Esslöffel getrocknete Kamillenblüten mit 1 Liter kochendem Wasser
- Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen
- Seihen Sie die Blüten ab
- Lassen Sie den Tee auf 37 bis 38 Grad abkühlen
- Geben Sie den kompletten Aufguss ins Badewasser
Alternative: Verwenden Sie 5 bis 6 Kamillenteebeutel (Arzneitee, kein Lebensmitteltee). Das ist einfacher, aber etwas weniger wirksam.
Bezugsquelle: Getrocknete Kamillenblüten aus der Apotheke (höhere Qualität als im Supermarkt)
Besonders geeignet bei: Entzündeten, gereizten Hämorrhoiden mit Juckreiz
Hamamelis – Das Hämorrhoiden-Wundermittel
Hamamelis (Zaubernuss) gilt als das wirksamste pflanzliche Mittel speziell bei Hämorrhoiden.
Wirkung:
- Stark abschwellend
- Entzündungshemmend
- Blutstillend
- Stärkt Venenwände
- Lindert Juckreiz effektiv
- Adstringierend (zusammenziehend)
Zubereitung – Variante 1 (mit Tinktur):
- Geben Sie 5 bis 10 Milliliter Hamamelis-Tinktur direkt ins Badewasser
- Gut umrühren
- Das ist die einfachste und bequemste Methode
Zubereitung – Variante 2 (mit getrockneten Blättern):
- Übergießen Sie 50 Gramm getrocknete Hamamelisblätter mit 1 Liter kochendem Wasser
- Lassen Sie es 15 Minuten ziehen
- Seihen Sie ab und lassen Sie auf 37 bis 38 Grad abkühlen
- Geben Sie den Aufguss ins Badewasser
Bezugsquelle: Hamamelis-Tinktur in jeder Apotheke erhältlich (5 bis 10 Euro für 100 Milliliter)
Besonders geeignet bei: Geschwollenen, blutenden Hämorrhoiden mit starken Beschwerden
Tipp: Hamamelis ist auch in Kombination mit Kamille sehr wirksam (je 2 bis 3 Esslöffel).
Eichenrinde – Bei starkem Nässen
Eichenrinde enthält viele Gerbstoffe und wirkt stark zusammenziehend.
Wirkung:
- Adstringierend (zieht Gewebe zusammen)
- Stoppt Nässen sehr effektiv
- Entzündungshemmend
- Leicht blutstillend
- Bildet Schutzschicht auf der Haut
Zubereitung:
- Geben Sie 50 Gramm Eichenrinde in 1 Liter kaltes Wasser
- Bringen Sie es zum Kochen
- Lassen Sie es 15 Minuten leicht köcheln
- Seihen Sie ab
- Lassen Sie auf 37 bis 38 Grad abkühlen
- Geben Sie den Sud ins Badewasser
Bezugsquelle: Apotheke oder Kräuterladen
Besonders geeignet bei: Nässenden Hämorrhoiden mit Stuhlschmieren
Vorsicht: Eichenrinde kann die Haut leicht austrocknen. Nach dem Bad eventuell Pflegesalbe verwenden.
Meersalz – Einfach und effektiv
Meersalz ist die einfachste Variante und trotzdem wirksam.
Wirkung:
- Desinfizierend
- Fördert Durchblutung
- Reinigend
- Fördert Heilung
- Entspannend
Zubereitung:
- Lösen Sie 2 bis 3 Esslöffel hochwertiges Meersalz im Badewasser auf
- Gut umrühren, bis alles gelöst ist
- Das war es schon – sehr einfach
Bezugsquelle: Drogerie, Apotheke, Reformhaus
Besonders geeignet bei: Leichten Beschwerden, wenn keine Kräuter zur Hand sind
Vorsicht: Kann bei offenen Wunden brennen. In diesem Fall auf mildere Alternativen ausweichen.
Apfelessig – Bei starkem Juckreiz
Naturtrüber Apfelessig wirkt pH-regulierend und juckreizlindernd.
Wirkung:
- Lindert Juckreiz sehr effektiv
- Leicht desinfizierend
- Hautberuhigend
- Reguliert pH-Wert
Zubereitung:
- Geben Sie 1 Tasse (etwa 250 Milliliter) naturtrüben Apfelessig ins Badewasser
- Gut umrühren
Bezugsquelle: Naturtrüber, unpasteurisierter Apfelessig aus dem Bioladen oder Reformhaus
Besonders geeignet bei: Starkem Juckreiz, der nicht nachlässt
Tipp: Riecht etwas streng, wirkt aber sehr gut. Die Wohnung gut lüften.
Kombinationen für verstärkte Wirkung
Manche Zusätze lassen sich gut kombinieren für synergistische Effekte:
Kamille plus Hamamelis:
- Je 2 Esslöffel Kamille und 30 Gramm Hamamelisblätter
- Oder: Kamillentee plus 5 Milliliter Hamamelis-Tinktur
- Wirkt entzündungshemmend und abschwellend
Kamille plus Eichenrinde:
- 2 Esslöffel Kamille und 30 Gramm Eichenrinde
- Bei nässenden und entzündeten Hämorrhoiden
- Beruhigt und stoppt Nässen
Meersalz plus ätherisches Lavendelöl:
- 3 Esslöffel Meersalz und 3 bis 5 Tropfen Lavendelöl
- Entspannend und hautpflegend
- Das Öl zuerst mit etwas Sahne mischen (emulgiert besser)
Spezielle Sitzbad-Varianten
Neben den klassischen warmen Sitzbädern gibt es weitere Varianten:
Kalte Sitzbäder bei akuten Schwellungen
Bei starken akuten Schwellungen und Entzündungen können kalte Sitzbäder kurzfristig helfen.
Temperatur: 15 bis 20 Grad Celsius
Dauer: Maximal 5 Minuten (sonst zu belastend)
Wirkung:
- Reduziert Schwellungen schnell
- Lindert akute Schmerzen
- Verengt Blutgefäße
- Stoppt leichte Blutungen
Anwendung: Nur bei akuten Beschwerden, nicht regelmäßig. Nach kaltem Sitzbad gut abtrocknen und warm anziehen.
Alternative: Kalte Kompressen sind oft praktischer und genauso wirksam.
Wechselbäder für bessere Durchblutung
Wechselbäder trainieren die Gefäße und fördern die Durchblutung.
Durchführung:
- Beginnen Sie mit warmem Sitzbad (38 Grad, 3 Minuten)
- Wechseln Sie zu kaltem Sitzbad (15 bis 20 Grad, 30 Sekunden)
- Wiederholen Sie den Wechsel 3 bis 4 Mal
- Enden Sie immer mit kalt
Wirkung: Trainiert Blutgefäße, verbessert Durchblutung, stärkt Gewebe
Geeignet bei: Chronischen Beschwerden ohne akute Entzündung
Vorsicht: Nicht bei akuten Entzündungen oder starken Schmerzen anwenden.
Dampfsitzbäder
Eine seltenere, aber wirksame Variante.
Durchführung:
- Geben Sie heißen Kräuteraufguss (50 bis 60 Grad) in eine hitzebeständige Schüssel
- Setzen Sie sich so darüber, dass der Dampf den Analbereich erreicht
- Wickeln Sie eine Decke um Hüften und Schüssel (hält Dampf)
- 10 Minuten Dampfbad
Wirkung: Intensivere Wirkung der ätherischen Öle
Vorsicht: Verbrennungsgefahr! Abstand halten, nicht zu heiß machen.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Zu heißes Wasser
Problem: Viele machen das Wasser zu heiß, weil sie denken, mehr Wärme wirkt besser. Das Gegenteil ist der Fall.
Folge: Zu heißes Wasser kann die Durchblutung übermäßig steigern, Schwellungen verstärken und die Haut reizen.
Lösung: Immer Temperatur mit Thermometer prüfen. 37 bis 38 Grad sind ideal – das fühlt sich lauwarm an, nicht heiß.
Fehler 2: Zu kurze Dauer
Problem: 5 Minuten reichen nicht, um die volle Wirkung zu entfalten.
Lösung: Nehmen Sie sich mindestens 10 bis 15 Minuten Zeit. Planen Sie das Bad als festes Ritual ein.
Fehler 3: Zu lange Dauer
Problem: Länger als 20 Minuten aufgeweichte Haut kann anfälliger für Reizungen werden.
Lösung: 10 bis 15 Minuten einhalten. Stellen Sie sich einen Timer.
Fehler 4: Zu seltene Anwendung
Problem: Einmal pro Woche reicht bei akuten Beschwerden nicht aus.
Lösung: Bei akuten Problemen 2 bis 3 Mal täglich, konsequent über mindestens eine Woche.
Fehler 5: Falsche Zusätze
Problem: Schaumbäder, parfümierte Zusätze oder ätherische Öle in zu hoher Dosierung können reizen.
Lösung: Verwenden Sie nur die empfohlenen medizinischen Zusätze. Keine Kosmetikprodukte.
Fehler 6: Zu starkes Abreiben
Problem: Kräftiges Abrubbeln nach dem Bad reizt die empfindliche Haut.
Lösung: Sanft tupfen, nicht reiben. Weiches Handtuch verwenden.
Fehler 7: Zu schnelles Aufgeben
Problem: Manche erwarten sofortige Heilung nach einem Bad.
Lösung: Sitzbäder brauchen Zeit. Erste Linderung kommt schnell, vollständige Besserung braucht Tage bis Wochen konsequenter Anwendung.
Sitzbäder in besonderen Situationen
Während der Schwangerschaft
Sitzbäder sind in der Schwangerschaft besonders sicher und wirksam.
Sichere Zusätze:
- Kamille
- Hamamelis
- Eichenrinde
- Meersalz
Temperatur: Nicht über 38 Grad (zu heiße Bäder können in der Schwangerschaft problematisch sein)
Besonderheiten:
- Hilfe beim Ein- und Aussteigen holen (Sturzgefahr)
- Eventuell kürzere Dauer (10 Minuten)
- Besonders wirksam gegen Schwangerschafts-Hämorrhoiden
Im Wochenbett und Stillzeit
Nach der Geburt sind Sitzbäder besonders wohltuend.
Vorteile:
- Lindern Hämorrhoiden nach der Geburt
- Fördern Heilung von Geburtsverletzungen
- Entspannen und pflegen
- Völlig unbedenklich beim Stillen
Zusätze: Alle genannten pflanzlichen Zusätze sind erlaubt
Tipp: Beginnen Sie schon im Krankenhaus mit Sitzbädern (fragen Sie die Hebamme).
Bei äußeren und inneren Hämorrhoiden
Äußere Hämorrhoiden: Sitzbäder wirken hier besonders gut, da das Wasser direkt an die betroffenen Stellen kommt.
Innere Hämorrhoiden: Auch bei inneren Hämorrhoiden wirksam, da Wärme und Zusätze in den Analkanal eindringen können. Kombinieren Sie eventuell mit Zäpfchen.
Nach minimal-invasiven Eingriffen
Nach Verödung, Gummibandligatur oder anderen Eingriffen können Sitzbäder die Heilung unterstützen.
Wichtig: Fragen Sie Ihren Arzt, ab wann Sie mit Sitzbädern beginnen dürfen (meist nach 24 bis 48 Stunden).
Empfehlung: Kamille oder Hamamelis, 2 Mal täglich für 1 bis 2 Wochen
Nach Hämorrhoiden-Operation
Auch nach einer Hämorrhoiden-Operation sind Sitzbäder Teil der Nachsorge.
Ab wann: Meist ab dem 2. Tag nach der OP (ärztliche Anweisung beachten)
Zusatz: Kamille oder einfaches Meersalz
Wirkung: Fördert Wundheilung, lindert Schmerzen, hält sauber
Häufigkeit: 2 bis 3 Mal täglich für 2 bis 3 Wochen
Sitzbäder kombiniert mit anderen Behandlungen
Sitzbäder entfalten ihre volle Wirkung oft in Kombination mit anderen Maßnahmen:
Sitzbad plus Salbe
Optimale Reihenfolge:
- Zuerst Sitzbad (reinigt und öffnet Poren)
- Sanft trocken tupfen
- Dann Salbe auftragen (wird besser aufgenommen)
Empfehlung: Hamamelis-Sitzbad plus Hamamelis-Salbe für synergistische Wirkung
Sitzbad plus Ernährungsumstellung
Die richtige Ernährung ist die Basis jeder erfolgreichen Behandlung.
Kombination: Sitzbäder lindern die akuten Symptome, während ballaststoffreiche Ernährung die Ursache (Verstopfung) behebt.
Langfristiger Erfolg: Nur mit beidem zusammen verhindern Sie Rückfälle.
Sitzbad plus Bewegung
Regelmäßige Bewegung fördert die Verdauung und verbessert die Durchblutung.
Tipp: Nach einem entspannenden Sitzbad am Abend fühlt sich ein Spaziergang besonders gut an.
Praktische Tipps für den Alltag
Sitzbad unterwegs
Problem: Wie badet man, wenn man nicht zu Hause ist?
Lösung:
- Nutzen Sie Hamamelis-Tücher als Alternative (gibt es fertig zu kaufen)
- Oder tränken Sie Wattepads mit kaltem Kamillentee
- Kalte Kompressen wirken ähnlich
- Reise-Sitzbadewanne (faltbar, sehr kompakt)
Zeitmanagement
Problem: Wer hat Zeit für 3 Sitzbäder täglich?
Lösung:
- Integrieren Sie Sitzbäder in Ihre Routine: morgens beim Aufstehen, abends vor dem Schlafengehen
- Nutzen Sie die Zeit produktiv: Musik hören, Podcast, entspannen
- Ein 15-Minuten-Bad ist besser als gar keins
Kosten sparen
Problem: Sind Sitzbäder teuer?
Lösung:
- Kamillentee ist sehr günstig (100 Gramm für 3 bis 5 Euro reichen für viele Bäder)
- Hamamelis-Tinktur hält lange (ein Fläschchen für 20 bis 30 Bäder)
- Meersalz kostet nur wenige Euro
- Anschaffung einer Sitzbadewanne: Einmalig 15 bis 30 Euro
Wann Sitzbäder nicht ausreichen
Sitzbäder sind ein hervorragendes Hausmittel, aber sie haben Grenzen:
Warnsignale, bei denen Sie zum Arzt sollten:
- Starke Blutungen, die nicht aufhören
- Sehr starke Schmerzen trotz regelmäßiger Sitzbäder
- Keine Besserung nach 2 Wochen konsequenter Anwendung
- Fieber oder Anzeichen einer Infektion
- Dauerhaft nach außen getretene Hämorrhoiden vom Grad 3 oder 4
In diesen Fällen sollten Sitzbäder die ärztliche Behandlung ergänzen, nicht ersetzen.
Häufig gestellte Fragen
Können Sitzbäder Hämorrhoiden verschlimmern?
Nein, bei richtiger Anwendung (lauwarm, nicht zu lange) können Sitzbäder Hämorrhoiden nicht verschlimmern. Nur zu heißes Wasser könnte Schwellungen verstärken – deshalb immer Temperatur prüfen.
Wie schnell wirken Sitzbäder?
Viele Betroffene spüren bereits während oder direkt nach dem ersten Bad eine Linderung von Juckreiz und Schmerzen. Für eine deutliche Besserung der Hämorrhoiden braucht es aber meist 3 bis 7 Tage konsequenter Anwendung.
Kann man Sitzbäder übertreiben?
Mehr als 3 Sitzbäder täglich bringen in der Regel keinen zusätzlichen Nutzen. Die Haut kann aufweichen und empfindlicher werden. 2 bis 3 Bäder täglich sind optimal.
Sind Sitzbäder auch für Männer geeignet?
Ja, absolut. Sitzbäder wirken bei Männern genauso gut wie bei Frauen. Hämorrhoiden sind geschlechtsunabhängig, und die Behandlung ist identisch.
Was ist besser: Sitzbad oder Salbe?
Beides hat Vorteile. Sitzbäder wirken großflächiger, tiefer und entspannender. Salben sind praktischer für unterwegs und zwischendurch. Am besten: Beides kombinieren.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte
Optimales Sitzbad bei Hämorrhoiden:
- Temperatur: 37 bis 38 Grad Celsius (lauwarm)
- Dauer: 10 bis 15 Minuten
- Häufigkeit: 2 bis 3 Mal täglich bei akuten Beschwerden
- Beste Zusätze: Hamamelis, Kamille oder Eichenrinde
- Nachruhe: 5 bis 10 Minuten nach dem Bad
Wirkung:
- Lindert Juckreiz, Schmerzen und Brennen
- Reduziert Schwellungen
- Hemmt Entzündungen
- Fördert Heilung
- Entspannt und beruhigt
Besonderheiten:
- Völlig nebenwirkungsfrei bei richtiger Anwendung
- Auch in Schwangerschaft und Stillzeit sicher
- Kombinierbar mit anderen Behandlungen
- Kostengünstig und einfach durchführbar
Fazit
Sitzbäder sind eines der wirksamsten, sanftesten und am besten verträglichen Hausmittel bei Hämorrhoiden. Sie wirken auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Die Wärme entspannt und fördert die Durchblutung, die pflanzlichen Zusätze hemmen Entzündungen und lindern Beschwerden, und die psychologische Komponente der Entspannung unterstützt den Heilungsprozess.
Das Beste: Sitzbäder sind einfach, kostengünstig und für fast jeden geeignet. Sie können zu Hause mit wenigen Mitteln durchgeführt werden und passen in jeden Tagesablauf. Ob zur akuten Behandlung oder zur Vorbeugung – regelmäßige Sitzbäder mit Kamille, Hamamelis oder Eichenrinde können einen enormen Unterschied machen.
Wichtig ist die konsequente und richtige Anwendung: lauwarmes Wasser, 10 bis 15 Minuten, 2 bis 3 Mal täglich. Kombiniert mit anderen Maßnahmen wie ballaststoffreicher Ernährung, ausreichend Bewegung und richtigem Toilettenverhalten können Sitzbäder einen wesentlichen Beitrag zu Ihrer Heilung leisten.
Geben Sie Sitzbädern eine Chance – viele Betroffene berichten, dass diese einfache Methode ihnen mehr geholfen hat als teure Salben und Medikamente. Und selbst wenn zusätzliche Behandlung nötig ist, unterstützen Sitzbäder jeden Heilungsprozess optimal.
Häufig gestellte Fragen
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